top of page

Body-Coaching im Business - Präsentationsangst

  • Autorenbild: romywa
    romywa
  • 17. Okt. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 20. Nov. 2025

Wenn Kopf und Körper plötzlich beide streiken.


Comcic von Mann unter Stresssymptomen mit zusammengezogener Körperhaltung und Schweißperlen

Viele Menschen kennen das: Ein wichtiger Vortrag steht bevor – alles ist vorbereitet, du kennst deine Inhalte, hast geübt. Und doch passiert etwas, das du nicht kontrollieren kannst: Der Puls steigt, die Hände werden feucht, der Atem flach, die Stimme kippt leicht.


Damit bist du übrigens nicht allein. Studien zeigen, dass rund 75 % der Menschen Nervosität oder Angst empfinden, wenn sie vor anderen sprechen müssen. Über 50 % berichten von deutlichen körperlichen Symptomen wie Herzklopfen, flachem Atem oder zitternden Händen (World Metrics, 2023).


Der Kopf sagt: „Es ist doch gar nichts Schlimmes.“ Der Körper sagt: „ACHTUNG: Gefahr.“ Body-Coaching im Business hilft, diese Diskrepanz zu verstehen – und sie aufzulösen.


Was passiert im Körper, wenn wir vor Menschen sprechen?


Aus Sicht des Körpers ist jede Präsentation zunächst eine potenziell bedrohliche Situation: Viele Blicke sind auf dich gerichtet, du stehst allein vor einer Gruppe – evolutionär war das nie eine sichere Position.


Der Körper aktiviert daher den sogenannten Sympathikus, den Teil des autonomen Nervensystems, der für Flucht oder Angriff zuständig ist. Herzfrequenz, Muskeltonus und Atemfrequenz steigen, die Verdauung wird heruntergefahren, der Körper mobilisiert Energie. Kurz: Dein System bereitet sich auf Gefahr vor.


Laut einer Studie der Harvard Medical School („Understanding the Stress Response“, 2023) entsteht dieser Mechanismus in Millisekunden – noch bevor wir bewusst denken können. Das erklärt, warum es oft nicht hilft, sich „einfach zu beruhigen“. Der Körper reagiert schneller als der Verstand.


Warum kognitives Training allein oft nicht reicht


Klassische Auftrittstrainings arbeiten meist mit Gedanken („Ich schaffe das“, „Ich bin gut vorbereitet“). Das ist hilfreich – aber wenn der Körper im Alarmzustand bleibt, wirken diese Strategien nur begrenzt.


Body-Coaching setzt deshalb auf die körperliche Wahrnehmung:

  • Wie zeigt sich die Angst im Körper?

  • Wo entsteht Spannung?

  • Wie verändert sich der Atem?

  • Welche Haltung nehme ich ein, wenn ich mich „zeigen“ muss?


Indem du lernst, diese Signale wahrzunehmen statt zu unterdrücken, gewinnst du Kontrolle zurück – nicht durch Denken, sondern durch Spüren.


Warum es kontraproduktiv ist, die Nervosität wegzudrücken


Viele versuchen, die Aufregung zu unterdrücken – den Atem zu kontrollieren, die Schultern zu entspannen, das Zittern zu verstecken. Doch genau das kann den Stress verstärken:


Wenn wir unangenehme Empfindungen im Körper nicht zulassen, baut sich Spannung auf. Die Muskeln ziehen sich zusammen, der Atem wird flacher – und die Angst bekommt neue Nahrung. Im Grunde machen wir es damit nur schlimmer.


Body-Coaching geht deshalb einen anderen Weg: Es geht nicht darum, ruhig zu werden, sondern darum, anwesend zu bleiben, auch wenn sich Aufregung zeigt.


👏 Übung: Bleiben statt Bekämpfen


Wenn du das nächste Mal nervös wirst:

  1. Nimm wahr, was du spürst – ohne es verändern zu wollen.

  2. Benenne leise für dich, was passiert: „Mein Herz schlägt schneller“, „Ich spüre Druck im Bauch“.

  3. Bleib mit der Aufmerksamkeit dort, wo du es spürst.

  4. Atme nicht dagegen, sondern einfach weiter.

  5. Beobachte ganz bewusst und ohne Wertung

  6. Nimm dir ca. 5 Minuten Zeit dafür


Oft verändert sich das Empfinden von selbst, sobald du aufhörst, es bekämpfen zu wollen.


Body-Coaching im Business findet genau hier statt: im Zusammenspiel von Körper und Bewusstsein.


Gerade im Business-Kontext – ob in Meetings, Präsentationen oder Verhandlungen – kann die Fähigkeit, den Körper zu lesen und zu regulieren, den entscheidenden Unterschied machen.


Denn wer seine körperlichen Reaktionen versteht, kann authentisch präsent bleiben – selbst unter Druck.


🤲 Vertiefung:

Body-Coaching




👉 Quellen:

Kommentare


bottom of page