Der Dezember-Durchhalte-Modus: Warum dein Nervensystem jetzt Führung braucht
- romywa
- 20. Nov. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Body-Mind-Coaching für Frauen in Führung

Wenn der November vorbei ist, wird es draußen dunkler – und in vielen Büroetagen innerlich enger.
Der Kalender wird voller. Erwartungen steigen. Budgets müssen noch auf den letzten Drücker ausgegeben werden. Teams sind müde. Und viele Frauen in Führung rutschen in einen ganz bestimmten Zustand:👉 den Dezember-Durchhalte-Modus.
„Ich halte einfach noch durch bis Weihnachten.“
„Im neuen Jahr starte ich dann neu.“
„Jetzt geht’s nur ums funktionieren.“
Doch unser Körper funktioniert so nicht. Das Nervensystem kennt keine Feiertage oder offene Lücken im Kalender. Es reagiert auf Belastung – und zwar jetzt.
Warum wir im Jahresende in den Durchhaltemodus rutschen:
1. Der Körper ist im Herbst anfälliger für Stress
Mit weniger Licht produziert der Körper weniger Serotonin und mehr Melatonin. Das Nervensystem wird empfindlicher. Müdigkeit nimmt zu.
Dazu kommt:
weniger Bewegung
mehr künstliches Licht
engere Zeitpläne
Das alles führt zu einer erhöhten Stressanfälligkeit.
2. Frauen in Führung tragen eine doppelte Last
Statistiken zeigen deutlich:
Frauen (93 %) sind häufiger von Stress betroffen als Männer (84 %).
Frauen (51 %) berichten öfter von Burn-out-Symptomen (Männer: 37 %).
Und besonders Frauen übernehmen häufig zusätzlich:
emotionale Arbeit
Moderation von Teamdynamik
Care- und Orga-Aufgaben im privaten Umfeld
Das Nervensystem läuft also auf mehreren Ebenen.
3. Das Jahresende ist psychologisch ein „falsches Versprechen“
Wir behandeln Weihnachten wie eine Reset-Taste. Wie ein imaginäres Ziel, auf das wir gegen Jahresende immer hinsteuern. Doch in Wahrheit passiert meist Folgendes:
Vorfreude auf das Ziel mischt sich langsam mit Erwartungsdruck → gedanklich fängst du schon an zu jonglieren → nun werden auch die geliebten Projekte zu belastenden Aufgaben → du schaffst vielleicht alles, aber ohne Freude oder Gelassenheit → du kommst völlig erschöpft in die Feiertage → du fällst in ein Loch → der Körper kollabiert, wenn der Druck abfällt.
Das ist kein persönliches Versagen. Das ist Biologie.
🌿Was braucht dein Nervensystem jetzt wirklich?
Body-Mind-Ansätze für echte Stabilität: Hier kommen die zentralen Body-Mind-Tools, die ich mit meinen Klientinnen im Coaching entwickle:
1️⃣ Micro-Regulation statt Durchhalten
Dein Nervensystem reguliert sich nicht in großen Pausen, sondern in kleinen Momenten.
Beispielübungen:
3 tiefe, lange Ausatmungen vor jedem Meeting
Schultern bewusst sinken lassen
Zunge vom Gaumen lösen
60 Sekunden Füße spüren
Das sind nicht „Self-Care-Tipps“. Das sind Regulationsstrategien.
2️⃣ Präsenz durch Körperwahrnehmung
Führung braucht Präsenz – aber Präsenz beginnt im Körper.
Jeden Morgen eine Frage: „Wo ist heute Spannung in meinem Körper?“ "Wie ist mein Energie-Level?" "Wie ist meine Stimmung?"
Nicht bewerten. Nur wahrnehmen.
Diese 15 Sekunden verändern Entscheidungen, Prioritäten und Energie.
3️⃣ Eine Sache am Tag bewusst langsamer machen
Verlangsamung ist ein Nervensystem-Booster.
der Weg ins Büro
die erste E-Mail
der erste Schluck Kaffee
die Bewegung von einem Raum in den anderen
Mache einige deiner üblichen Tätigkeiten bewusst SEHR langsam. Der Körper merkt: „Ich bin nicht im Überlebensmodus.“
4️⃣ Stopp-Signal trainieren
Nutze ein somatisches Anker-Ritual: z. B. jedes Mal, wenn du Licht einschaltest, nimmst du zwei tiefe Ausatmungen, senkst deine Schultern bewusster.
Diese kurze körperliche Unterbrechung ist ein internes Stoppsignal: Es leitet dein Nervensystem sanft in einen ruhigeren Zustand und unterbricht das automatische „Weiter-Drücken“.
5️⃣ Grenzen körperlich spürbar machen
Eine echte Grenze ist nicht nur ein gedankliches „Nein“, sondern ein körperliches Gefühl: Weite, Klarheit, Stabilität.
Bevor du eine Grenze formulierst („Nein“, „Stopp“, „Ich kann das jetzt nicht“), spüre in deinen Körper hinein – vor allem in Brustkorb, Bauch und Nacken: „Bin ich ganz hier?“
Wenn du diese körperliche Resonanz fühlst, kannst du deine innere Grenze mit größerer Klarheit kommunizieren. Der Kopf folgt dem, was der Körper gespürt hat.
💬 Warum Body-Mind-Coaching hier so wirksam ist
Weil Veränderung nicht über den Verstand passiert. Denn Stress, Überlastung und Erschöpfung sind körperliche Zustände – keine mentalen Fehler.
Body-Mind-Coaching wirkt, indem es:
das Nervensystem beruhigt
den Zugang zu innerer Stabilität stärkt
den Körper als Ressource in Entscheidungsprozesse einbindet
Stressmuster auflöst, die mit „Durchhalten“ verknüpft sind
Präsenz, Klarheit und Resilienz stärkt
Frauen in Führung brauchen heute nicht mehr Härte. Sie brauchen Regulation, Verwurzelung und Körperintelligenz.
Der Dezember-Durchhalte-Modus ist kein persönliches Problem – es ist ein Muster. Ein Muster, das sich durch Body-Mind-Coaching unterbrechen lässt. Der Schlüssel liegt nicht darin, bis Weihnachten „zu überleben“, sondern den eigenen Körper zum Verbündeten zu machen.
Resilienz entsteht nicht im Kopf. Sie beginnt im Körper.
👉 Quellen:


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